Creme mit Endocannabinoiden

Creme mit Endocannabinoiden wirksam bei Juckreiz infolge von Nierenerkrankungen

Forscher der Universität von Wroclaw in Polen untersuchten in einer wissenschaftlichen Studie die Wirkungen einer Salbe mit strukturierten physiologischen Lipiden sowie Endocannabinoiden bei 21 Patienten, die unter einem Juckreiz infolge einer Fehlfunktion der Nieren im Endstadium, leiden. Der so genannte urämische Pruritus ist weiterhin ein häufiges Symptom bei Patienten mit Nierenversagen im finalen Stadium. Allerdings gibt es bis dato keine wirksame Behandlung. Alle Patienten trugen die Creme täglich für eine Dauer von drei Wochen auf die betroffenen Hautpartien auf. Der globale Juckreiz und die trockene Haut wurden vor Beginn der Studie, in wöchentlichen Intervallen und zwei Wochen nach Beendigung der Studie untersucht und bewertet.

Nach der dreiwöchigen Therapie war der Juckreiz bei acht der 21 Patienten völlig verschwunden. Auch die trockene Haut verbesserte sich signifikant. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass "es sehr wahrscheinlich ist, dass die Abnahme des Juckreizes durch die getestete Substanz nicht nur das Ergebnis einer Verbesserung der trockenen Haut ist, sondern dass die Zugabe von Endocannabinoiden ebenfalls eine Rolle gespielt haben kann."

Die Ergebnisse der Studie ermutigen sicher dazu, die Forschungen auf eine noch fundiertere Grundlage zu stellen. Hierzu bedarf es umfangreicherer Forschungen und Studien mit sehr viel mehr Probanden. Da der Juckreiz jedoch generell eine extrem quälende und belastende Angelegenheit ist, darf es in der Forschung keinerlei Denkverbote hinsichtlich der eingesetzten pharmakologisch wirksamen Substanzen geben. Wenn Cannabionoide eine Linderung herbeiführen können, müssen diese Wirkstoffe auch eingesetzt werden dürfen. Man sollte meinen, dies sei eine Selbstverständlichkeit. Beschäftigt man sich aber einmal mit der Rechtslage in vielen Ländern, die mitunter sogar die Forschung behindert, dann wird schnell klar, dass es sich mitnichten um eine Selbstverständlichkeit handelt.

Klaus-Martin Meyer