Inhalator ermöglicht sichere Einnahme von THC

Am 14. April 2005 gab die Pharmafirma Solvay Pharmaceuticals Ergebnisse einer Phase-I-Studie bekannt, welche die Sicherheit von mittels Dosier-Inhalator inhaliertem THC (Dronabinol) untersuchte. Die Studie, die beim jährlichen Kongress der US-amerikanischen Akademie für Neurologie in Miami, vorgestellt wurde, schloss 27 Probanden ein, die zwischen 0,3 und 9,6 mg THC erhielten.

Die Studie belegte, dass die neue Darreichungsform für inhaliertes THC eine schnelle Aufnahme des Wirkstoffs erlaubt. Alle in der Untersuchung eingesetzten Dosen wurden sowohl bei gesunden jungen und als auch bei älteren Personen als sicher betrachtet. Dronabinol ist zurzeit in Form einer oral einzunehmenden Kapsel erhältlich, die unter dem Handelsnamen Marinol auf dem Markt ist, und in Deutschland als Dronabinol der Firmen Delta 9 Pharma und THC Pharm. Dr. Harold H. Shlevin (Präsident von Solvay Pharmaceuticals) erklärte, dass pulmonales Dronabinol bei einer Anzahl von Zuständen eingesetzt werden könne, darunter die Behandlung von Migräne, Übelkeit, Schmerzen und Spastik bei Patienten mit multipler Sklerose.

Mitte 2005 will Solvay Pharmaceuticals eine klinische Studie beginnen, die die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit inhalierten THCs, das mit einem Dosier-Inhalator verabreicht wird, bei der akuten Behandlung einer einzelnen mäßig starken oder starken Migräne-Attacke untersuchen soll.

Es bleibt abzuwarten, ob die neue Form der Verabreichung für das synthetisch hergestellte Marinol (also ein Nachbau des Hanfwirkstoffes THC), die Popularität des Wirkstoffes steigern kann. Dass das Medikament nicht besonders populär ist, wird durch den Sachverhalt belegt, dass es für diesen im Gegensatz zu Marihuana nicht einmal einen Schwarzmarkt gibt.

Klaus-Martin Meyer
Die Handytasche aus Hanf