THC verlangsamt das Fortschreiten der Gefäßverkalkung
Nach einer Studie mit kleinen weißen Versuchsmäusen von Wissenschaftlern der Universität Genf in der Schweiz schützt THC (Tetrahydrocanabinol) die Arterien vor krankhaften Veränderungen, die zur Arteriosklerose führen. Die Arteriosklerose ist die vermutlich wichtigste Ursache für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Die Studie, die in der renomierten Wissenschafts-Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, zeigte, dass THC den Entzündungsprozess blockieren kann, der im Wesentlichen für die Gefäßveränderungen verantwortlich zeichnet. Die Entzündung führt zusammen mit fetthaltigen Ablagerungen zur Verengung der Arterien.
Die Eidgenossen untersuchten eine Mäuseart, die besonders empfänglich für die Entwicklung einer Arteriosklerose ist. Die Tiere erhielten eine cholesterinreiche "Diät", damit sie arteriosklerotische Ablagerungen entwickelten. Wurde ihrem Futter THC hinzugefügt, so verlangsamte sich der Prozess des Arterienverschlusses innerhalb eines Zeitraumes von 11
Monaten signifikant. Die verabreichten THC-Dosen waren vergleichsweise gering, auf jeden Fall zu gering, um bei den Mäusen einen Rausch auszulösen.
Niedrigere und höhere Dosen bewirkten dagegen keine schützenden Effekte. Die wirksame Dosis entspricht mäßig hohen Dosen beim Menschen. Allerdings ist unklar, ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen.
Die schützenden Wirkungen wurden durch THC-Effekte auf das Immunsystem vermittelt. Die Wissenschaftler aus der Schweiz fanden heraus, dass bestimmte Blutzellen von mit THC behandelten Tieren weniger Interferon-Gamma, ein Molekül, das Entzündungen begünstigt, abgeben. Zudem wurde die Wanderung bestimmter Immunzellen zur Gefäßwand gehemmt. Bei den Mäusen, die auch einen CB2-Rezeptor-Antagonisten erhielten, der die Wirkungen von THC an diesem Rezeptor blockierte, schritt die Entwicklung der
Arteriosklerose unverändert schnell fort. Der CB2-Rezeptor wird vor allem auf Zellen des Immunsystems gefunden. Die Schweizer Wissenschaftler folgerten, dass "THC oder Cannabinoide mit Aktivität am CB2-Rezeptor wertvolle Mittel zur Behandlung der Arteriosklerose sein könnten".
Weitere Forschungen insbesondere im Hinblick auf die Wirkung beim Menschen sind auf jeden Fall angezeigt.
Klaus-Martin Meyer
Diplomarbeit & Heizung, Solaranlage Bonn