TreuHanf AG insolvent
Einst als Hoffnungsträger mit der Ausgabe der Hanf-Aktie gestartet, endet die Geschichte der Berliner Hanffirma TreuHanf AG vorerst in der Insolvenz. Anlass für den Insolvenzantrag war eine hohe Schadensersatzforderung des rumänischen Staatseigentumsfonds, dem die TreuHanf einst eine ehemalige heruntergewirtschaftete Hanfschwinge in Arad abkaufte. Der Anspruch war zwar aus Sicht der TreuHanf AG unberechtigt. Die Aktiengesellschaft hatte aber nicht die finanziellen Mittel, sich dagegen vor dem Bukarester Gericht angemessen zu verteidigen. Die TreuHanf AG hatte und hat keine Bankschulden oder sonstigen größeren Verbindlichkeiten. Die vorhandenen Gläubiger sind im Wesentlichen engagierte Aktionäre, deren Darlehen eigenkapitalersetzende Funktion haben und die deshalb auch nicht gekündigt wurden. Nach Zurückweisung des Insolvenzantrages befindet sich die Gesellschaft per Gesetz in Liquidation. Liquidator ist der frühere Vorstand Matthias Schillo. Ausweislich des Insolvenzgutachtens sind die Beteiligungen der TreuHanf AG (z.B. die HanfFabrik in Zehdenick und die BaFa in Malsch) derzeit nicht verkäuflich, sodass mit einer schnellen Liquidation nicht gerechnet werden kann. Sollte in der Zwischenzeit der Verkauf des Know-hows z.B. im Rahmen eines laufenden Kasachstanprojektes möglich sein, könnte eine Fortsetzung der Gesellschaft in Betracht kommen. Es ist im positivsten Fall also noch nicht aller Tage Abend. Die Aktionäre sollten aber zu mindestens mental das investierte Geld schon einmal abschreiben. Das gilt auf alle Fälle für den konventionellen Handel mit den Aktien. Dieser ist nämlich ausgesetzt, was in solchen Fällen üblich ist, insbesondere, wenn es sich um nicht börsennotierte Aktien handelt. Wer zu den ersten Zeichnern der Aktien kann sich allerdings noch Hoffnungen machen, die effektiven Stücke der Wertpapiere zu Geld machen zu können.
Klaus-Martin Meyer
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